Das Alter ist ein Gemetzel, und was man so Weisheit nennt, ist in der Regel ein Euphemismus für Antriebslosigkeit; oder es wird von Jüngeren Weisheit genannt, weil es sie im Grunde nicht interessiert. Staunenswerte Ausnahmen gibt es aber allemal, und der Trompeter Enrico Rava, geboren 1939 in Triest, ist so eine. Er hat sich ungefähr in allen Facetten des Jazz versucht: Free mit Steve Lacy, Roswell Rudd, Gunter Hampel, Cecil Taylor, Archie Shepp; Ethno-Inspiriertes mit Gato Barbieri, Abdullah Ibrahim, Dino Saluzzi – und immer wieder die Heimkehr zu tonalen Strukturen, lyrisch sangbaren Linien, dunklen Timbres, ob mit John Abercrombie oder John Taylor. Enrico Rava ist einer der gross ...