Wer etwas über den Zeitgeist erfahren will, hält sich nicht an die Meisterwerke. Die entspringen zwar immer einem historischen Moment, ein Echo aber hallt, in aller Regel und wenn überhaupt, erst mit Verzögerung zurück. Ferner vernichtet das Ausserordentliche das Gewöhnliche. Von Shakespeare ist weniger über seine Zeit zu erfahren als von Samuel Pepys. Der Klang der fünfziger Jahre ist nicht Miles, sondern Conte Candoli, nicht Wes Montgomery, sondern Tal Farlow. Nicht Gil Evans, sondern Manny Albam.
Dachte ich und legte den Reprint einer Platte auf, die mir, in der fernen Morgenröte meines jazzistischen Bildungsromans, das Geld nicht wert war, reichte doch das Sackgeld schon für Mo ...