Wer die dreissiger und vierziger Jahre als Deutscher durchlebt habe, schrieb Golo Mann 1966 in der Weltwoche, «der kann seiner Nation nie mehr völlig vertrauen... der kann dem Mensch überhaupt nicht mehr völlig vertrauen und am wenigstem dem, was die Optimisten früher den ‹Sinn der Geschichte› nannten. Der wird, wie sehr er sich auch Mühe geben mag und soll, in tiefster Seele traurig bleiben, bis er stirbt.» Diese wenigen Worte bringen Golo Manns persönliche Befindlichkeit wie seine Weltsicht und Geschichtsauffassung formelhaft zum Ausdruck. Sofort denkt man an das Wort von Heinrich Heine (der übrigens zu Manns bevorzugten Schriftstellern gehörte, dem er in seiner «Deutschen G ...