Der Jazz lebt von seinen Mythen: jenen, die sich ihm geopfert haben und das «fast living», die völlige Investition in den Augenblick, mit dem Leben bezahlt haben. Seine Helden sind Gestalten der Nacht und des Zwielichts, sein Glanz, wie talmihaft auch immer, der Glanz des Tragischen. So will es das Vorurteil, und Gemeinplätze enthalten ja allemal ein Stück Wahrheit. Ein Stück, nicht, wie sie behaupten, die ganze.
Kommenden Dienstag verabschiedet sich wahrscheinlich auf der Bühne von Montreux ein Jazzmythos der untragischen Art. Eine Lichtgestalt des Jazz. Ein positiver Mensch. Mit 72, heisst es, will Ella Fitzgerald, längst schon eine Legende zu Lebzeiten, ihre über fünfzigjährige ...