Weltwoche: Herr Bolton, wie fassen Sie das Vermächtnis von Michail Gorbatschow zusammen?
John Bolton: Er hatte eine klare Vorstellung davon, wie die Sowjetunion zu reformieren wäre. Die Hauptpfeiler waren Glasnost und Perestroika, also, schlagwortartig zusammengefasst, mehr Transparenz gegenüber den Bürgern und Modernisierung der Wirtschaft. Gorbatschow war zudem zweifellos die Schlüsselfigur für das Ende des Kalten Krieges. Er gehörte zu jenen Politikern Russlands, die ihr Land als Teil des Westens sahen. Aber Gorbatschow hat das Resultat der Reformen nicht richtig eingeschätzt. Mit diesen hat er letztlich die Implosion des Sowjetreichs eingeleitet.
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