Im Nachgang zu unserer letzten Titelgeschichte, «Plädoyer für Gott», ergab sich ein Gespräch mit einem reformierten Theologen. Wir diskutierten die Frage, was denn eigentlich die bedeutendste Leistung der Reformation gewesen sei. Der Theologe brachte sein Fazit auf die konzentrierte Formel: «Gott ist Gott.» Dieser Satz sage alles. Erst allmählich verstand ich, worauf er hinauswollte. Gott ist Gott: Das bedeutet, dass der Mensch das höchste Wesen auf keinerlei Weise beeinflussen, für sich in Anspruch nehmen, für eigene Zwecke missbrauchen kann. Gottes Wille ist unbeeinflussbar. Es nützt auch nichts, wenn ich durch intensiven Kirchenbesuch oder Ablasszahlungen, wie sie di ...