«Komm, du süsses Miststück. Komm her zu mir – ganz nah.» Der Junge, er ist kaum älter als neun, hat wohl ein wenig zu lange vor der Glotze gesessen: Er inszeniert sich nach bester Machomanier, und das so gekonnt, dass es einem kalt über den Rücken läuft. Er blickt auf das Publikum hinab und lacht obszön. Die Stimme, die aus ihm spricht, ist bedrohlich verzerrt, und man meint einen Besessenen vor sich zu haben.
Was wie eine Szene aus einem beklemmenden Horrorfilm anmutet, ist eine hintersinnige Montage der jungen Videokünstlerin Chloe Piene. Seit ein paar Jahren korrespondiert sie mit einem Gefängnisinsassen, einem mehrfachen Mörder. Teile seiner von sexuellen Anzüglichkeiten ...