Mit der Ausbreitung des Wissens seit der Aufklärung schrumpfte die Bedeutung des christlichen Glaubens. Dieser Prozess gipfelte im 19. Jahrhundert in Nietzsches provokativer Aussage, Gott sei tot. Das beunruhigt den Glauben und bringt auch das Denken in Verlegenheit. Vermutlich ist aber ein beunruhigter Glaube klüger als einer, der alles zu wissen meint. Zum frommen Wissen gehört es, Gott mit dem Sieg zu verbinden. Das hat die Kirche über Jahrhunderte getan. Und daraus ergibt sich logisch, dass auch Jesus siegen muss. Aber die Kreuzigung ist kein Sieg. Deshalb stellt sich die Frage, wie Gott und der Sieg in der Geschichte Jesu zusammenkommen.
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