Bis Ende des 20. Jahrhunderts galt es unter Soziologen praktisch als ausgemacht, dass die Religion nach und nach vom Erdball verschwindet. «Säkularisierung» hiess das Stichwort, und die These ging dahin, dass mit fortschreitender Modernisierung vorwissenschaftlich-göttliche Interpretationen automatisch an Bedeutung verlören. In Europa war das zweifellos so; aber in den USA? Und dann kamen der Islamismus, religiös-ethnische Kriege, die ganzen christlichen Erneuerungsbewegungen in Südamerika und Afrika, und New Age und Esoterik im Epizentrum der Moderne.
Eine neue, repräsentative Studie, die achtzig Gesellschaften umfasst, zeigt nun allerdings, dass die Säkularisierungsthese auch heu ...