Dein Wille geschehe (Matthäus 6, 10). – Die ersten drei Bitten des Unservater-Gebets sind Gott gewidmet: dein Name, dein Reich, dein Wille. Das obige Zitat ist eigentlich keine Bitte, sondern ein Zugeständnis an Gott: Mein eigener Wille steht im Vordergrund, aber sein Wille möge geschehen, wenn es nicht anders geht. So hat auch Jesus diesen Satz im Garten Gethsemane ausgesprochen. Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht an mir vorübergehen kann, [. . .] so geschehe dein Wille (Mat 26, 42). Jesus nimmt seine Hinrichtung hin. Dass Gott so etwas will, mutet zynisch an. Jesus als Sonderfall offenbart Gott. Aber was ist mit den Menschen, die von machtbesessenen Despoten bedrückt, beraubt ...