Nur ganz wenige Autoren sind im 20. Jahrhundert in den Rang einer säkularen Heiligkeit aufgestiegen: Beckett natürlich, Antonin Artaud, Fernando Pessoa. Der Verzicht auf den Ruhm, eine Existenz im Verborgenen, ein Leben nur für die Kunst zeichnet diese Männer (denn immer sind es Männer) aus vor allen anderen. Unter ihnen der grösste, der edelste vielleicht sogar war Elias Canetti. Er wurde als Nachfahre spaniolischer Juden im fernen Osten des Habsburgerreiches geboren, schon als Kind quer durch Europa verschickt, er lernte unter Qualen die deutsche Sprache und wurde dann der letzte Zeitgenosse, der noch vom literarischen Wien der Zwischenkriegszeit erzählen konnte. Fast nichts schrieb ...