Fällt den Nachkriegsautoren Deutschlands im Alter nichts Überraschendes mehr ein, ist da immer eine eiserne Reserve, die sie zurückgelegt haben, eine Keule, die sie auspacken, ein Pfund, mit dem sie wuchern können: nämlich die eigene Nazivergangenheit, deren Darlegung ihnen nochmals Beachtung und Buchverkäufe garantiert. Diese dritte Säule, die aus der eigenen Karriere im Dritten Reich resultiert, will nun auch Günter Grass anzapfen: Am vergangenen Samstag hat er publik gemacht, dass er als Siebzehnjähriger in der Waffen-SS diente. Mit dem Bekenntnis initiierte er zugleich die heisse und minutiös durchgeplante Promophase der demnächst im Steidl-Verlag erscheinenden Autobiografie � ...