Sprache kann schonungslos sein. Als «Verdingkinder» bezeichnete man jene Kinder aus verarmten Familien oder Waisenhäusern, die bis über die 1960er Jahre hinaus abgeholt und meist bei Bauern untergebracht wurden. Sie wurden als Mischung aus unmündigem Menschen («Kind») und Sache («Ding») angesehen, und ähnlich herzlos wurde mit ihnen auch vielfach umgesprungen.
Diese Mädchen und Buben konnten sich ihr Schicksal nicht aussuchen. Viele wurden als billige Arbeitskräfte ausgenutzt und nicht selten misshandelt. Es ist gut und richtig, dass dieses düstere Kapitel aufgearbeitet wird. Durch Historiker, dank Zeitzeugen oder mit künstlerischen Mitteln wie dem Film «Der Verdingbub» von ...