Grosse deutsche Geister in Jena
Andrea Wulf: Fabelhafte Rebellen. Die frühen Romantiker und die Erfindung des Ich. Aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn. Bertelsmann. 528 S., Fr. 45.90
800 Häuser, 4500 Einwohner – um die Ortschaft per pedes zu durchqueren, brauchte man um die zehn Minuten. So hat man sich das Jena im ausgehenden 18. Jahrhundert vorzustellen, heute mit 111 000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt Thüringens; dazu kommen um die 20 000 Studenten. Junge Wissbegierige zog es schon immer hierher, «In Jene lebt sich’s bene», heisst es in einem alten Studentenlied. Johann Wolfgang von Goethe, der sich seinerzeit für den Aufbau einer wissenschaftlichen Infrastruktur in Jena einsetzte, sprach von einer «Stapelstadt des Wissens». Die grossen deutschen Geister waren alle da: Hegel, Fichte, Schelling, Novalis, Hölderlin, Brentano, die Schlegel- ...