Deutsche sind stolz auf ihre «Streitkultur», dennoch ist Deutschland eine Konsensgesellschaft. Man ist sich einig, dass es zum Atomausstieg und zur Euro-Rettung «keine Alternative» gibt, dass man den Müll in seine Bestandteile trennen muss und dass Bio-Kost gesünder als normales Essen ist, obwohl die EHEC-Epidemie fünfzig Menschen das Leben gekostet und Hunderte nachhaltig geschädigt hat.
Zu den Selbstverständlichkeiten, die nicht in Frage gestellt werden, gehört auch die, dass Günter Grass erstens ein grosser Dichter, sozusagen der Thomas Mann unserer Tage, und zweitens ein politischer Denker ist, auf dessen Urteil es ankommt. Das erste Missverständnis wurde mit der Verleihung ...