Grüner Antrieb aus dem Rhein
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Grüner Antrieb aus dem Rhein

Grüner Antrieb aus dem Rhein

Um die Dekarbonisierung voranzutreiben, plant Axpo mehrere Wasserstoff-Produktionsanlagen. Das erste Projekt geht dieses Jahr in Betrieb, es befindet sich in Domat/Ems im Bau.

Es dauert nicht mehr lange, dann gibt es grünen Wasserstoff, der in grösserem Stil der Schweiz produziert wird. Das Energieunternehmen Axpo baut zurzeit in Domat/Ems GR eine der ersten Anlagen überhaupt, die hierzulande eigens auf die Herstellung von Wasserstoff ausgelegt sind. Die 2,5-Megawatt-Anlage ist direkt ans Wasserkraftwerk Reichenau beim Rhein angeschlossen, an dem Axpo als Mehrheitsaktionärin beteiligt ist. Dank der direkten Anbindung der Produktionsanlage an das Kraftwerk wird die klimaneutrale Produktion von Wasserstoff sichergestellt.

Neuer, erfolgreicher Anlauf: Laufwasserkraftwerk Reichenau am Alpenrhein auf der Grenze von Tamins und Domat/Ems.

Einmal in Betrieb, soll die Anlage bis zu 350 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr produzieren – was etwa rund 1,5 Millionen Litern Diesel entspricht. Diese Menge an fossilem Treibstoff soll im Kanton Graubünden und im nahen Rheintal ersetzt werden, da der Wasserstoff an Tankstellen in dieser Gegend geliefert wird. Dafür wird auch das Tankstellennetz ausgebaut, denn Axpo erwartet, dass der Fuhrpark an Last- und Personenwagen stark wachsen wird. Grosses Potenzial für den grünen Treibstoff sieht die Energiefirma vor allem beim Schwerverkehr.

Gescheitertes Projekt in Eglisau

Hinter dem Wasserstoffprojekt stehen Axpo und der lokale Energiedienstleister Rhiienergie, die zusammen über acht Millionen Franken in die Anlage investieren, deren Inbetriebnahme im Herbst 2023 geplant ist. Die Wasserstoff-Produktionsanlage beim Kraftwerk Reichenau soll für Axpo den Auftakt bilden zum Bau von weiteren solchen Anlagen bei bestehenden Flusswasserkraftwerken in der Schweiz. Als übergeordnetes Ziel wird dabei die Dekarbonisierung der Schweiz auf dem Weg zur Energiewende verfolgt. Wie Martin Koller, Head Group Strategy & Economics bei Axpo, erklärt, kann mit Wasserstoff-Produktionsanlagen flexibel auf die Nachfrage reagiert werden. «Herrscht zum Beispiel eine Strommangellage, können wir die Anlage abschalten und mehr Strom produzieren.»

Eigentlich hätte Axpo schon vor einem Jahr an einem anderen Ort die Kraft des Rheins für die Herstellung von Wasserstoff nutzen wollen. Aber ein schon weit fortgeschrittenes Projekt beim Kraftwerk Eglisau-Glattfelden ZH, das sich zu 100 Prozent im Besitz von Axpo befindet, scheiterte kurz vor Baustart. Dort ist auch eine 2,5-Megawatt-Wasserstoff-Produktionsanlage mit der gleichen maximalen Leistung vorgesehen gewesen, die bei steigender Nachfrage auf fünf Megawatt hätte erweitert werden können. Letztlich scheiterte das Projekt an Rekursen von Privatpersonen, obwohl die Bewilligung schon vorgelegen hatte. Weil sich aber das bestehende Gebäude, das für die Wasserstoffanlage ersetzt worden wäre, nicht in der Bauzone befindet, durfte es nicht umfunktioniert werden. Der Ausbau hätte gegen die geltende Zonenverordnung verstossen. Daraufhin liess Axpo dieses Projekt fallen und nahm in Domat/Ems einen neuen und erfolgreichen Anlauf.

Anziehende Nachfrage

Bereits im Jahr 2015 hatte Axpo die Planung für eine Wasserstoff-Produktionsanlage beim Kraftwerk Eglisau-Glattfelden erstmals an die Hand genommen. Weil aber damals das prognostizierte Absatzvolumen unter den Erwartungen lag, wurde das Projekt vorerst nicht weiterverfolgt und erst später wieder aktiviert. Und es kommt laut Koller nun mehr hinzu: «Wir planen auch die schweizweit grösste Anlage in Wildegg-Brugg. Sie steckt aber noch im Bewilligungsprozess.»

Mittlerweile sei die Zeit reif und die Nachfrage im nach dem Energieträger Wasserstoff da: Grüner Wasserstoff habe sich vor allem in der Industrie und in der Mobilität zu einem der wichtigsten klimafreundlichen Energieträger entwickelt und ist zentraler Bestandteil der Dekarbonisierungsstrategie vieler Länder, vor allem in der EU. Deshalb arbeitet Axpo an mehreren Wasserstoffprojekten gleichzeitig.

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