Grünes Wachstum
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

Grünes Wachstum

GRÜSSE AUS DER ZUKUNFT

Grünes Wachstum

Die grüne «Energiewende», die heute in den Schulbüchern Flatterstrom-Planwahn heisst, scheiterte in den 2030er Jahren endgültig und wurde durch die Kostenwahrheit-Marktvernunft abgelöst. Dabei passierte etwas Wundersames: Obwohl das Bruttoinlandprodukt pro Einwohner in der Flatterstrom-Planwahn-Zeit schnell wuchs und die Regierung dies stets als «grünes Wachstum» pries, wuchs es danach noch schneller. Heute wird das Wundersame so erklärt:

Die zusätzlichen Kinderbetreuungskosten waren weit höher als die zusätzlichen Steuereinnahmen.

– Erstens wachsen Volkswirtschaften einfach dank dem globalen technologischen Fortschritt. Das Wachstum in der Flatterstrom-Planwahn-Zeit war zu einem guten Teil dadurch getrieben. Die grüne Energiepolitik hat dabei das Wachstum nicht erhöht, sondern wegen ihrer Ineffizienz unter das «natürliche», durch den globalen technologischen Fortschritt bedingte Niveau gesenkt.

– Zweitens hatten die von der Regierung hochgelobten Wachstumseffekte der grünen Energiepolitik nichts mit Wohlstand zu tun. Vielmehr spiegelten sie nur die hochsubventionierte Aufblähung der Energie- und Klimabranchen. Das verbrauchte enorm viele Produktionsfaktoren – Arbeit, Kapital und Land –, die dann in anderen Branchen fehlten, was den wahren Wohlstand senkte.

– Drittens wurde der Wert des produzierten Solar- und Windstroms völlig überschätzt. Es war ja hochsubventionierter Flatterstrom, der durch Regulierungen und Einspeisevorschriften in die teuer ausgebauten Netze gepumpt und schliesslich zu hohen Preisen an die Konsumenten verkauft wurde, was das Bruttoinlandprodukt künstlich streckte.

– Viertens war die grüne Energiepolitik nicht der einzige Sündenfall dieser Zeit. Die «gesellschaftliche Entwicklung» brachte auch viele andere überrissene Subventions- und Staatsleistungsprogramme. Zur Finanzierung wurde zuerst versucht, die Frauen noch stärker in den Arbeitsmarkt zu integrieren, frei nach dem Motto: «Nur eine Mutter, die die eigenen Kinder in eine Krippe schickt und die Kinder fremder Mütter hütet, ist eine gute Mutter» (denn nur dann zahlt sie auf ihre Arbeit Steuern). Weil sich aber zeigte, dass die zusätzlichen Kinderbetreuungskosten weit höher als die zusätzlichen Steuereinnahmen waren, wurde dann auch die unbezahlte und unbesteuerte Arbeit innerhalb der Familie und im Care-Bereich besteuert. Die Bürger mussten deklarieren, wie viel sie verdienten und arbeiteten, und das Einkommen wurde dann auf einen 100-Prozent-Job hochgerechnet und dieses «wahre Einkommen» besteuert und zum Bruttoinlandprodukt hinzugezählt. Damit explodierten zugleich die Steuereinnahmen, die Staatsausgaben und das gemessene Bruttoinlandprodukt.

 

Ein Ruck

Mit dem Zusammenbruch des Flatterstrom-Planwahns ging ein grosser Ruck durch die Gesellschaft. Manche forderten Wahrheitskommissionen zur Offenlegung all der Vorgänge bei der Einführung der im Rückblick abstrusen Politik. Doch es wurde bald erkannt, dass ja schon damals offensichtlich war, wie abstrus diese Politik war – wenn man denn die klugen Analysen von Ökonomen wie William Nordhaus, Hans-Werner Sinn, Björn Lomborg und anderen zur Kenntnis nahm.

So wurde klar, dass nicht irgendeine Verschwörung einer Minderheit das Abstruse gebar, sondern eine grosse Mehrheit in einem Systemversagen. Deshalb wurde beschlossen, niemanden abzustrafen, aber in Zukunft wenn immer möglich so Abstruses zu vermeiden und die Statistiken und Steuern wieder von den Fehlern zu befreien. Das machte dann den Wohlstandsverlust durch den Flatterstrom-Planwahn sowie die andauernde Erholung danach für alle sichtbar.

Reiner Eichenberger ist Professor für Theorie der Finanz- und Wirtschaftspolitik an der Universität Fribourg und Forschungsdirektor des CREMA.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.