So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe (Johannes 3, 16). – Die im Urtext verwendete Vergangenheitsform «hat [. . .] geliebt» schildert keinen Dauerzustand, sondern ein einmaliges Ereignis. Gott hat einst geliebt, und zwar den Kosmos. Erstaunlich an dieser Liebe ist, dass der Kosmos, soweit er die Menschen betrifft, Gott ablehnend, oft geradezu feindlich gegenüberstand. In zahlreichen Ereignissen durch alle Epochen und Kulturen hindurch haben Menschen die Würde Gottes an sich gerissen. Zwar ist der Kosmos von Gott geschaffen und nicht a priori böse. Gott gab ihm auch kei ...