Zwei Wandertage im Tessin. Schliesse ich jetzt, Wochen später, die Augen, sehe ich Steinhäuser, Ziegen, üppigen Wald. Und die Grotti unserer Rasten. Ein Mythos ist da zu relativieren: Nicht jedes Grotto ist eine rebenüberrankte Laube mit Granittischen und authentischen Speisen in Superqualität. Dasjenige in Gola di Lago etwa, ein halboffener, garagenartiger Verschlag, stank nach Schaf, die Tische waren schmuddelig, eine verschlurfte Matrone trug eine knapp kaubare Salami und Mineral in der PET-Flasche auf. Ernüchternd. Im Tessin erwartet der Svizzero tedesco sinnenfrohe Südländer und rustikale Gaumenstimuli. Doch verweigert sich die Realität bisweilen und findet die Gazosa-Romantik ...