Gute Nachrichten zum neuen Jahr
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Die Weltwoche

Gute Nachrichten zum neuen Jahr

Gute Nachrichten zum neuen Jahr

«Es wird klar, dass es kein Schwarz-Weiss
unter den Menschen gibt und alle irgendwie
im Zwielicht stehen.»

Joseph Ratzinger

Herzlich willkommen zurück, liebe Leser! Ich hoffe, Sie hatten schöne Weihnachten, ein paar besinnliche Tage und einen guten Start ins neue Jahr. Kriege beherrschen die Schlagzeilen. Da geht leicht vergessen, dass der überwiegende Teil der Menschheit in Frieden lebt. Offensichtlich hatte Tolstoi recht, als er schon vor weit über hundert Jahren schrieb, nicht die Taten der Feldherren und Staatenlenker bestimmten den Weltenlauf. Vielmehr sei das Wollen der Völker, sozusagen die Summe von Millionen, ja Milliarden Einzelwillen der entscheidende Treiber. Und die meisten Menschen wollen nun mal keinen Krieg, sondern Frieden, Zusammenarbeit, Wirtschaft und Wohlstand. Das ist die gute Nachricht. Wir übersehen sie gerne.

Die Menschheit hat keinen Selbstzerstörungstrieb. Im Gegenteil. Sie hat einen Überlebenstrieb. Die Kraft des Positiven ist stärker als das Negative. Aber wir Menschen sind verführbar. Am empfindlichsten trifft uns das Angebot moralischer Rechtfertigung. In die Lücke, die die Kirchen hinterlassen, treten Scharlatane, Schlangenölverkäufer. Sie spekulieren mit der Sehnsucht. Jeder Mensch will zu den Guten gehören, will sein Handeln durch unbezweifelbare «Werte» beglaubigt sehen. Das ist der Ansatzpunkt der Ideologen, der Moralisierer, der «Woken» und Süssen, der sogenannten Antirassisten und Umweltschamanen, der «Demokraten» und «Anständigen». Wer ihnen folgt, darf sich zu den Guten zählen. Alle anderen, wehe, sind die Bösen.

© KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
A person takes pictures with his smartphone of the sky illuminated during the sun set behind the Jura mountains in Gros-de-Vaud Region on christmas eve, in Daillens, Southwestern Switzerland, Sunday, December 24, 2023
© KEYSTONE / LAURENT GILLIERON

Passen wir also auf. Woran erkennt man diese falschen Messiasse, die Verkünder der Irrlehren? Ganz einfach: am Hochmut, an ihrer betrügerischen Selbstsicherheit, an der Arroganz, die sie wie eine Ritterrüstung tragen. Sie handeln mit Feindbildern. Es gibt nur Schwarz oder Weiss. Das urmenschliche «Grau einer allgemeinen Zwielichtigkeit» (Joseph Ratzinger) ist ihnen fremd. Sie glauben Wahrheit und Moral zu besitzen oder geben es vor. Deshalb brauchen sie keine Diskussionen, dulden sie keinen Widerspruch. Ihr Gott sind sie selbst, ihr Scheiterhaufen ist die Cancel-Culture. Doch hinter ihnen steht das Nichts, die Eitelkeit, die hohle Selbstliebe. Man entzaubert sie durch Widerstand. Und entkommt ihrer Herrschaft, indem man sich ihr verweigert. Nein sagen genügt.

Das sind vertraute Überlegungen, aber es schadet nicht, sie in Erinnerung zu rufen. Denn nach wie vor leben wir in etwas aufgepeitschten Zeiten. Die Kriege in Nahost und in der Ukraine dauern an. Wirtschaftliche Probleme machen vor allem Deutschland zu schaffen, der grössten, orientierungslos wirkenden Macht in Europa. In unsicheren Perioden haben die Schlangenölverkäufer Konjunktur. Leider sind viele Medien ihre Komplizen. Gemeinsam unterbinden sie das freie Gespräch, gefährden sie die Demokratie. Wo nicht mehr offen geredet wird, verordnen die Mächtigen schlechte Lösungen. Deutschland liefert auch hier das abschreckende Beispiel. «Alternativlos» nannte die Merkel-Regierung ihre Politik. So brachte sie die Bundesrepublik um Wohlstand und Sicherheit. Teile der Industrie, der Politik, die Armee, die Energieversorgung sind dringende Sanierungsfälle.

Die meisten Menschen wollen nun mal keinen Krieg. Das ist die gute Nachricht. Wir übersehen sie gerne.Das ist kein Grund zur Überheblichkeit für uns Schweizer. Auch wir starten mit Hypotheken ins neue Jahr. Die Wirtschaft ist gemäss neusten Daten, Gratulation, zwar stark unterwegs, «resilient» im Fachjargon. Das liegt neben der beeindruckenden Tüchtigkeit, Innovationskraft und Kostendisziplin auch an unseren nach wie vor freiheitlichen Arbeitsmärkten. Die politische Bleiweste an Vorschriften und Verboten, Mindestlöhnen und Kündigungsverhinderungen ist in der Schweiz noch etwas leichter als im Ausland, doch die relative Liberalität ist in akuter Gefahr wegen der ungebremsten Zuwanderung. Weil wir an den Grenzen zu wenig kontrollieren, steigt die Kontrollwut im Innern. Die Linken und die Gewerkschaften schlagen daraus Kapital.

Im Argen liegt die Energieversorgung. Zwar ist die Schweiz auch hier nicht so weit gegangen wie die Deutschen, doch viele Dummheiten haben wir mit- beziehungsweise nachgemacht. Bundesrat Rösti sucht den Ausweg durch einen Pakt mit den Links-Grünen: Ausbau der Windräder und Solaranlagen, gleichzeitig geben die Linken ihren Widerstand gegen höhere Staumauern in den Bergen auf. Auf der Strecke bleiben die Volksrechte. Gegen den Abbau der Einsprachemöglichkeiten steigen nun Umweltschützer und Freunde der direkten Demokratie auf die Barrikaden.

Die grösste und gefährlichste Baustelle bleibt die Aussenpolitik. Christoph Blochers Neutralitätsinitiative scheint nicht so recht zu fliegen. Dabei wäre die Rückkehr zur umfassenden, immerwährenden und bewaffneten Neutralität ohne Nato wichtig – für Sicherheit und Wohlstand unseres Landes. Nur eine neutrale Schweiz hat keine Gegner, nur Freunde. Und Märkte. Unser Export, unser Tourismus leben davon. Ungutes braut sich im EU-Dossier zusammen. Kurz vor Weihnachten verabschiedete der Bundesrat ein neues Verhandlungsmandat. Alter Wein in neuen Schläuchen. Wieder wäre die EU oberster Gesetzgeber in der Schweiz. Ihre Gerichte hätten im Streitfall das letzte Wort. Bei Gegenwehr gäbe es Sanktionen. Die Schweiz würde sich verpflichten, jährliche Tributzahlungen an die EU abzuliefern.

Der Plan des Bundesrats ist so schlecht, dass er wohl kaum die Gnade einer Volksmehrheit finden wird. Doch man weiss nie. Die Behörden- und Umfragepropaganda läuft auf Hochtouren. Ausser der SVP sind alle Parteien dafür. Zum Glück haben überparteiliche Organisationen wie Kompass/Europa oder Autonomiesuisse bereits Widerstand angekündigt. Sollte der Bundesrat abermals scheitern, würden die Beziehungen mit der EU weiter vergiftet. Seit Jahrzehnten macht unsere Regierung der EU falsche Hoffnungen wie eine Braut, die ihren Freier bezirzt und dann im Regen stehenlässt. Feige und unehrlich. Am Ende schadet es der Schweiz, weil wir ja gute Beziehungen mit der EU haben wollen, wenn auch keine Zwangsheirat von oben.

Habt Mut, möchte man den Bundesräten zurufen, schenkt den Freunden in Brüssel endlich reinen Wein ein – gleichberechtigte Verträge jederzeit, aber keine Kolonialverträge!

Zuversicht ist Pflicht. Wo die Probleme drücken, wächst die Einsicht. Bis zum nächsten Irrtum. Unsere Lernfähigkeit aber ist grösser als unsere Dummheit. Davon bleibe ich überzeugt. Ich wünsche Ihnen allen, liebe Leser, ein gutes neues Jahr. Interessant wird es bestimmt.

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