In der neueren Pädagogik kennt man das Phänomen der Wohlstandsverwahrlosung: Das Kind stammt zwar aus bestem Hause, ist aber verzogen, zu keinem Verzicht bereit und lebt getreu der materialistischen Anspruchshaltung «Ich. Alles. Sofort». In der Politik erscheint die Wohlstandsverwahrlosung in Gestalt der Sozialdemokratischen Partei, und ihr früherer Fraktionschef Franco Cavalli stanzte seine kritische Diagnose in zwei Begriffe: «Faul» und «satt» seien sie geworden, die guten Genossen. «Dekadenz» nannte man das bei den Römern – Verfall. Auch die SP Zürich fällt tief: Von 53 Kantonsratssitzen verbleiben ihr gerade noch 36.
Es gehört zur heiteren Ironie der Geschichte, dass die ...