In den neunziger Jahren war man sich dermassen bewusst geworden, dass alles nur Diskurs ist, dass man bloss noch in Anführungszeichen schreiben konnte. Vor allem über «die Wirklichkeit», denn jeder, der ein bisschen etwas von Foucault, Baudrillard, Derrida oder Luhmann mitbekommen hatte, wusste, dass auch die Wirklichkeit bloss ein Wort, ein Zeichen, ein Signifikant ist. Man war so übersensibilisiert auf Banalitäten und Verallgemeinerungen, dass einem alles zu Sprachsand zerrann. Politik? Sogenannte «Politik»! (Was sollte dieses Drecksgeschäft mit dem ursprünglichen «politike techne», «Kunst der Staatsverwaltung», zu tun haben?). Oder «Mann»/»Frau» – am Ende wusste jedes ...