Vor allem seine Unterstützer sind mehr als befremdet über die Art, wie Aussenminister Ignazio Cassis (FDP) das Ständemehr bei der wichtigsten Abstimmung seit 1992 beiseiteschieben will. Er scheint bei den EU-Verträgen hin- und hergerissen, fremdbestimmt von allen möglichen Interessen, vor allem von seinen Diplomaten: Ignazio Cassis, ein tragischer Hampelmann? Bereits formiert sich auch bei Politikern der Mitte und der FDP heftiger Widerstand gegen die geplante Ausschaltung der Kantone. Zu reden gibt obendrein ein Polizeirapport von 1989, der Cassis aktenkundig als Ladendieb entlarvt. zur Story
GERRY NITSCH
Aus dem Stand hat Nigel Farage mit seiner neuen Partei Reform UK in Lokalwahlen die regierende Labour-Partei geschlagen und die konservativen Tories zerlegt. «Nichts wird mehr so sein, wie es einmal war», sagt der Triumphator. Das Zweiparteien-System, das hundert Jahre Grossbritannien geprägt hat, sei tot. Gesiegt hat Farage mit einer rigorosen Migrationsagenda. Trotz Charisma und rhetorischer Brillanz habe Farage etwas Frivol-Komisches an sich. Als Urs Gehriger Farage 2011 erstmals traf, hatte der damalige EU-Abgeordnete in seinem Büro einen Sarg aufgestellt mit einer Euronote drauf, den Feuermelder demontiert und rauchte Zigaretten wie ein Schlot. Schafft es der flamboyante Mann des Volks, sein Ego zu zäumen und die Konservativen zu einen? zur Story
Der von letzter Woche Blackout hat in Spanien eine Debatte um den Atomausstieg ausgelöst. Die progressive Linke um Präsident Pedro Sánchez beschuldigt die Opposition, die Katastrophe für Lügenpropaganda gegen die grüne Revolution auszunutzen. Doch mittlerweile räumen selbst Anhänger der Energiewende ein, dass das spanische Netz ein Problem hat mit der Integration von Wind und Sonne ins Stromnetz. Alex Baur, der sich seit Jahrzehnten mit dem Thema Strom befasst, hat in Spanien recherchiert. Sein Fazit: Der Blackout war angekündigt, die Probleme wurden schöngeredet. zur Story
Der Schweizer Finanzplatz hat viele turbulente Zeiten durchlebt. Eine Konstante gibt es jedoch: Seit 275 Jahren erbringt die Privatbank Rahn+Bodmer Co. ihre Finanzdienstleistungen und ist damit die älteste Privatbank der Schweiz. Im Gespräch mit der Weltwoche erklärt Simon Rahn, wie das Institut alle Stürme überstanden hat. «Aufgrund der unbeschränkten Haftung unserer Teilhaber agieren wir stets verantwortungsvoll mit einem langfristigen Horizont, da wir die Bank an die nächste Generation übergeben möchten. Genau das wünscht sich auch unsere Kundschaft: eine stabile, langfristige, unabhängige und verantwortungsvolle Bankbeziehung.» Stellt sich die Frage: Wie viel Geld muss man haben, um Kunde der Traditionsbank zu werden? Rahn: «Ein anlagefähiges Vermögen von einer halben Million Franken ist eine gute Richtgrösse.» zur Story
Die Transportbranche tritt in der Regel diskret auf und versucht, ihre Anliegen ohne Medienlärm an den richtigen Stellen in Politik und Verwaltung vorzubringen. FDP-Chef Thierry Burkart, Zentralpräsident des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbands (Astag), erklärt im Gespräch mit David Schnapp, was die Transporteure beschäftigt: grüne Logistik, fehlender Strom für die Elektrifizierung des Verkehrs, zunehmende Staustunden, die nicht nur die Güter verteuern, sondern auch der Attraktivität des Chauffeurberufs schaden. Das Interview und vieles mehr finden Sie in unserer Transport-Beilage.
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