Ein Besuch bei ihm in Bielefeld ist immer eine Freude. Der 77-jährige, weltberühmte Historiker Hans-Ulrich Wehler verströmt eine Lebenslust, dass es einem ganz leicht wird. Grund genug dazu hat er heute sowieso. Er hat doch noch geschafft, waser sich vor Jahrzehnten als Lebenswerk vornahm: eine Gesellschaftsgeschichte Deutschlands zu schreiben, die akribisch Aufstieg, Fall und Wiederaufstieg des Landes analysiert. Mit dem fünften und letzten Band, der eben bei C. H. Beck erschienen ist, hat er allerdings so viel Widerspruch hervorgerufen wie noch nie. Seine realpolitische, also kritische Betrachtung der DDR und der 68er Bewegung erregt die Gemüter. Er antwortet seinen Kritikern gerne, w ...