Treffpunkt an der Kreml-Mauer bei der ewigen Flamme, auf halbem Weg zwischen McDonald’s und Rotem Platz, der gespenstisch leer wirkt. Wie Wachsfiguren stehen zwei Soldaten einsam und grimmig vor dem Mahnmal – und plötzlich steht Jürgen Graf, aus dem Nichts aufgetaucht, neben mir, seine kokette Frau Olga am Arm. Sein Gesicht war mir aus den Medien bekannt, es hat nichts Markantes an sich, doch der durchdringende Blick blieb in meiner Erinnerung haften. In natura wirkt der etwas Untersetzte noch unscheinbarer als auf den Bildern, und seine Augen strahlen vor allem Misstrauen aus. Während Olga mich mit einem russischen Wortschwall überschüttet, der herzlich klingt, grüsst Graf militä ...