Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind (Matthäus 23,37). – Der König Salomo errichtete den Tempel als Gottes Wohnort und machte Jerusalem zur «Gottesstadt». Und nun dies: Jerusalem tötet «die Propheten und . . .» Das ist eine Kritik an Juden und an Christen. Sie zeigt, dass die Heiligkeit weder an Kultorte noch an Personen gebunden ist. Das Heilige kann jederzeit vom Menschen missbraucht und von Gott verworfen werden. Nichts spricht dagegen, wenn Gläubige einen geschichtsträchtigen Ort aufsuchen. Aber Machtspiele haben im Heiligen keinen Platz.
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