Wenn Jahreszeiten Literatur sind, kann über den Jahrhundertsommer 2003 gesagt werden: Er war eine Erzählung von bestechender Gleichförmigkeit. Vor dem Hintergrund nicht enden wollender Hitze zeichnete der Autor den Menschen zwischen Ergebung in das Unabänderliche und punktuellem Aufbegehren gegen den tropfenden Schweiss. Ein Moment schneidender Tristesse – in Frankreich starben Tausende Alte an Austrocknung – gefährdete die strukturelle Monotonie nicht.
Diesen Sommer nun, lässt sich bereits jetzt sagen, ist ein ebenso souveräner, doch völlig anders agierender Dichter am Werk. Er setzt auf prägnante Einzelszenen und dezentrale Schauplätze. Beeindruckend schon der im Spätfrühl ...