Nordamerikas Schwarze, erklärte der verstorbene Max Roach, seien als Sklaven kulturell vollkommen «gehirnamputiert» («lobotomized»), ihrer roots beraubt worden. Zu dieser Dekulturation gehörte nach Dizzy Gillespie, Roachs zeitweiligem Chef, die Ausrottung der Polyrhythmik. Die Sklavenbesitzer verboten wohlweislich die Trommeln, weil sie ein gefährliches Kommunikationsmittel waren. Mit ihnen wurde das afrikanische perkussive Erbe ausgerottet, vereinfacht gesagt: auf den Monorhythmus kastriert.
Als Gillespie in den vierziger Jahren das erfand, was später «Latin Jazz» genannt wurde, hatte das auch (kultur)politische Gründe. Anders als in den USA fand die Amputation der Polyrhythmi ...