In der Kunst ist nichts so aufregend wie das, was in Zeiten des Umbruchs entsteht, zwi- schen den Stilen oder Epochen. Deshalb ist die vorletzte Jahrhundertwende so spannend. Neuromantik, Naturalismus, Symbolismus, Jugendstil, Impressionismus, Expressionismus – das existierte alles neben- und durcheinander. Der Jazz ist da im Kleinen keine Ausnahme. Eine Art Jahrhundertwende war für ihn das Jahrzehnt zwischen 1955 und 1967, dem Tod von Charlie Parker und dem von John Coltrane (eine LP nannte Ornette Coleman 1959 «Change of the Century»). Bebop, Hard Bop, Cool Jazz, modaler Jazz, Free Jazz, das alles existierte neben einem ziemlich vitalen Swing-Revival mal in friedlicher Koexistenz, mal ...