Friedrich Dürrenmatt, unter den Schriftstellern vielleicht der letzte Universalist, bewegte sich mit erstaunlicher Vorurteilslosigkeit durch einen weit über die Literatur hinausreichenden Rundhorizont. In gewissen Dingen konnte er aber auch stur sein wie, nun: wie ein Emmentaler eben. So beim Wein. Seit den fünfziger Jahren trank er ausnahmslos Bordeaux. Das hatte medizinische Gründe (der Diabetes erlaubte ihm keinerlei Restzucker), aber er machte daraus auch eine Stilfrage. Über Max Frischs Vorliebe für Ostschweizer Rote konnte er sich krummlachen. Dessen Trinkgewohnheiten waren ihm Gegenstand ständiger Sticheleien, über die sich Frisch, der an seinem Zürich so hing, wie Dürrenmat ...