Als 1984 der luxemburgische Privatsender RTL mit seinem Programm den deutschen (und kurz darauf auch den Schweizer) Fernsehmarkt aufwühlte, war die Empörung gross. Die Moralkeule der deutschen Sittenwächter richtete sich hauptsächlich gegen den Österreicher Helmut Thoma, Programmdirektor und von 1991 bis 1998 Geschäftsführer des Senders. Thoma gelang, was weder Feinde noch Fans erwartet hatten: Bereits 1992 wurde RTL zum Marktführer und ist es bis heute geblieben. Für seine Leistung erhielt er zahlreiche Preise, darunter die «Goldene Kamera», den «Bambi» oder den «Deutschen Medienpreis». Der heute siebzigjährige Thoma absolvierte zuerst eine Molkereilehre, bevor er in Wien Re ...