Der Appell der Philosophen war kaum verklungen, als ihre Befürchtungen auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Evian schon zur Realität wurden. «Die europäischen Regierungschefs und Aussenminister wetteifern um die Gunst Washingtons», hatte der amerikanische Intellektuelle Richard Rorty vergangenen Samstag in der Süddeutschen Zeitung notiert. «Machen sie weiter so, wird es für Washington leicht sein, sie dahin zu bringen, wie Schulkinder um das Wohlwollen des Lehrers zu wetteifern.»
Europas Staatsmänner machen weiter so. Vor dem Irak-Krieg boten sie George W. Bush Paroli – in Evian gaben sie sich versöhnlich. Hemmungslos buhlte etwa Frankreichs Präsident Jacques Chirac um des US-Prä ...