Es gibt kaum eine Gruppe von Menschen, die ein ähnlich existenzielles Bedürfnis nach einem eigenen Staat haben wie die Juden. Für die meisten (Staats-)Völker dient der eigene Staat der Bewahrung ihrer kulturellen, sprachlichen, gesellschaftlichen oder religiösen Eigenart. Für die Juden ist er vor allem eine Art Lebensversicherung nach dem Holocaust, dem in Europa jahrhundertelang unzählige kleinere Massaker vorangegangen waren, etwa in Basel, wo man 1349 Hunderte Juden lebendig verbrannte. Wo der jüdische Staat liegen müsste, war zunächst zweitrangig. Auch andere Optionen als Palästina wurden geprüft. Erst der in den letzten Jahrzehnten aufgekommene «religiöse Zionismus» ...