Er schreibe historische Romane, pflegt Orhan Pamuk zu sagen, wenn europäische Leser seines jüngsten Werkes «Schnee» einem Beitritt der darin beschriebenen Türkei zur EU plötzlich mit Grauen entgegensehen. Was, ein derart zurückgebliebenes und von Gewalt durchdrungenes Land soll Teil unseres elitären Klubs werden? Ein Land, in dem islamische Fundamentalisten, kurdische Nationalisten und kemalistische Illusionisten sich gegenseitig bis aufs Blut bekämpfen? Ein Land, in dem das Militär praktisch uneingeschränkte Macht geniesst und selbst in Schulvorständen Spitzel des Geheimdienstes sitzen? Kein Wunder, dass bei dieser Aussicht auch jenen unheimlich zumute wird, die mit dem Döner v ...