Von den vielen guten Gitarristen im heutigen Jazz fräst John Scofield am nächsten an den Nerv. Er swingt wie ein Höllenhund. Das meint eine Qualität, die sich im Post-Rock-Zeitalter keiner mehr zu loben getraut, in der irrigen Auffassung, «swing» sei jenes gemütliche Schrummschrumm, das einer der schnellen Jungs unter den Zeitgeistsurfern als «Kopfnicker-Jazz» verspottet hat. Es gibt sie, die ergrauten Veteranen, die mit geschlossenen Augen, fingerschnippend zur Musik von anderen alten Herren, den Umstand betrauern, dass nichts mehr ist wie früher.
Scofields zwingender Swing ist so ziemlich das Gegenteil davon. Zwar ist er in seinem direkten Bezug auf Charlie Christian und Wes Mont ...