Claudio Monteverdi zählte 74 Jahre, als er die Summe seines Schaffens zog. Die Sammlung von vierzig Einzelstücken, die er in den Jahrzehnten zuvor komponiert hatte und nun einer Publikation für würdig erachtete, nannte er «Selva morale e spirituale». Also so viel wie «Moralischer und geistlicher Wald». Ist es ein Urwald, ein Hochwald – oder gar ein Dickicht, in das man sich verirren mag? Welch irritierende Umschreibung für dieses verwirrende Füllhorn geistlicher Musik! Oder wollte der alte Meister seine Interpreten an einen Ort locken, wo einzig der Blick nach oben zum Himmel frei ist?
1641, in diesem Jahr stehen wir, hatte Claudio Monteverdi mit seinem weltlichen Dasein längst ...