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Die Weltwoche

Hingezogen von Schönheit

Westhampnett (UK)

Hingezogen von Schönheit

Der neue Supersportwagen von Maserati heisst MC Pura und macht seinem Namen alle Ehre. Ein Besuch am legendären Goodwood Festival of Speed in Südengland.
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Wenn Maserati ein neues Modell vorstellt, dann schaut die ganze automobilinteressierte Welt hin. Beim MC Pura, den die italienische Kultmarke neu auf den Markt brachte, fand die Weltpremiere nicht in Modena und auch nicht auf einer klassischen Messe statt, sondern an einem Anlass, der das Herz jedes Autoliebhabers höher schlagen lässt: am Goodwood Festival of Speed bei Chichester in der südenglischen Grafschaft West Sussex. Das Ganze hat etwas sehr Britisches an sich, Merry Old England lässt grüssen: Gastgeber ist der Duke of Richmond, die Szene ist sein grandioses Anwesen, auf dem es neben gepflegten Rasenflächen und uralten Bäumen auch eine Rennstrecke gibt. Das Goodwood Festival of Speed ist also Autosalon im Freien, Racing und Volksfest in einem. Oder, wie es der Veranstalter ausdrückt: «motorsport’s ultimate summer garden party».

Leuchtend schimmerndes Türkis: Maserati MC Pura in «AI Aqua Rainbow».

Man begegnet hier Legenden und aktuellen Stars der Formel 1 und anderer Rennklassen, man kann historische und neuste Sportwagen bewundern – und eben auch die Stände besuchen, wo die Hersteller aus Europa und Übersee ihre Neuheiten präsentieren. Das Festival zieht jedes Jahr rund 200 000 Besucher an. Und wer schon hingefahren ist, kann die Anziehungskraft und Faszination verstehen, die davon ausgehen.

 

Für Oper und Rennstrecke

Die Weltwoche war bei der Präsentation des neuen Maserati MC Pura dabei. Bis zuletzt ist es den Verantwortlichen gelungen, das Geheimnis zu wahren, was denn nun dort für ein Auto enthüllt wird. Zum Vorschein kam ein Supersportwagen, der das Auge allein schon durch die gewählte Farbe bezauberte: Sie nennt sich «AI Aqua Rainbow», ein leuchtend schimmerndes Türkis, das dem Wasser und dem Meer nachempfunden ist und in dem sich, schaut man genauer hin, tatsächlich regenbogenfarbige Reflexe spiegeln.

Der MC Pura ist eine Weiterentwicklung des MC20, der vor fünf Jahren lanciert wurde. Dabei wurde das Aussendesign umfassend überarbeitet. Ins Auge stechen die Änderungen an Heck und Front und damit auch am Profil. Insbesondere die «Haifischnase», deren lange Geschichte auf die Renn-Einsitzer zurückgeht, die den Automobilhersteller aus Modena zur Legende gemacht haben, wirkt nun noch markanter. Bei der Vorstellung in Goodwood sprachen die Verantwortlichen von mehr «Aggressivität» beim Anblick von vorne.

«Maserati ist ein Auto, das du fährst, um dich selber zu belohnen.»

Das darf man allerdings etwas relativieren. Der MC Pura bleibt einer der elegantesten Sportwagen, die man sich vorstellen kann. Man kann mit ihm ebenso gut stilvoll in die Oper fahren wie auf die Rennstrecke. Das habe mit dem Markenkern von Maserati zu tun, wie uns Designdirektor Klaus Busse erklärt, wobei er immer wieder kurze Pausen einschaltet, weil gleich hinter uns die Startgerade des legendären Hillclimb-Rennens liegt, auf der ein Bolide nach dem anderen seinen Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Maserati, so Busse, sei immer schon eine «sehr elegante Marke» gewesen. Es sei ihm wichtig gewesen, ein Auto zu kreieren, «das eine Schönheit ist».

Denn Schönheit verbinde – so sehe er die Rolle nicht nur von Maserati, sondern überhaupt der Italiener, der italienischen Kultur. «Wenn man das Auto sieht, soll man hingezogen sein von Schönheit», sagt Busse. Deshalb habe er absichtlich auch keine Flügel oder Spoiler eingebaut. «Wenn du das Auto fährst, möchte ich, dass die Leute immer noch dich sehen.» Man soll also den Fahrer wahrnehmen, und das Fahrzeug soll Ausdruck seiner Persönlichkeit sein.

 

Essenz des Gran Turismo

Im MC Pura lebt die Essenz von Maserati fort. «Der eine Ausdruck, der Maserati beschreibt, ist ‹Gran Turismo›», sagt Busse, das sei der «Nordstern» der Marke. Gran Turismo war ursprünglich eine 1947 ebenfalls in Italien erfundene Rennserie, bei der erstmals Strassenfahrzeuge in der Lage waren, auf der Rennstrecke zu fahren. Gleichzeitig entwickelte auch Maserati die Idee des Gran Turismo, also eines Autos für das bequeme und zugleich sportliche Reisen, eines Autos, mit dem man tausend Kilometer durch reizende Landschaften fahren und dazwischen auch einen Tag auf dem Track einschalten konnte – und das dabei hier wie dort bella figura machte. «Es gibt komfortablere und es gibt sportlichere Autos», sagt Busse. Aber, es gebe nur wenige, die beides so formvollendet vereinten wie ein Maserati.

Für Busse, selber kein Italiener, sondern Deutscher, ist das Automobildesign die «Königsdisziplin» seiner Zunft. Kaum etwas anderes sei so herausfordernd und faszinierend. Die Begeisterung und die Emotionen für seine Arbeit merkt man ihm auch nach dreissig Jahren in der Branche noch an, seit zehn Jahren ist er nun schon für Maserati tätig. Der MC Pura, sein jüngstes Werk, sei ein unheimlich wichtiges Auto für die Evolution der Marke, betont er, weil das Modell «das Gesicht» der Marke weiterentwickle.

Im Innenraum fällt das neue Alcantara-Kleid auf, das das Auto im Vergleich zum Vorgängermodell noch etwas leichter macht – dazu gibt es Carbon-Einsätze – und trotz aufgeräumt minimalistischer Ästhetik eine gewisse Wohligkeit und Wärme vermittelt. Beim MC Pura – der Name ist Programm – gibt es keinen unnötigen Knopf und keinen Schnickschnack. Der Bildschirm ist nur so gross, wie er gerade sein muss – und bloss eine Handgelenkdrehung vom neuen, schärferen Lenkrad entfernt.

Angetrieben wird der jüngste Spross der Dreizack-Familie vom bewährten, «Nettuno» genannten Dreiliter-Sechszylinder-Mittelmotor mit 630 PS. Das erlaubt eine atemberaubende Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit mehr als 320 km/h angegeben. Die schnelle Schönheit kommt in zwei Modellvarianten, als Coupé und als Cabriolet, wobei man Italiener und Maserati-Mensch sein muss, um dafür die wunderbare Bezeichnung «MC Pura Cielo» zu erfinden. Der Himmel auf Erden sozusagen. Oder wie es Chefdesigner Busse formuliert: «Maserati ist ein Auto, das du fährst, um dich selber zu belohnen.»

 

Maserati MC Pura Coupé/Cielo (Cabriolet)Antrieb: V6-Motor mit 3000 ccm und Heckantrieb; Leistung: 630 PS; max. Drehmoment: 720 Nm; Beschleunigung 0–100 km/h: 2,9 Sek.; Höchstgeschwindigkeit: 320 km/h; Preis ab Fr. 259 700.–

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