Die Zeit bis zum Augenblick, in dem die 246 Volks- und Standesvertreter den Namen ihres Favoriten für das Amt eines Bundesrats auf den Zettel schreiben, ist die lange Zeit der Lügen, Spielchen, Täuschungen, Zwei- deutigkeiten, leeren Versprechen. Jeder Satz ist ein taktisches Manöver, mehr nicht.
Während Wochen zum Beispiel führte die SVP den Namen ihres Fraktionschefs Caspar Baader an der Spitze ihrer möglichen Bundesratskandidaten, obwohl intern längst bekannt war, dass er gar nicht zur Verfügung steht. Sollte Scheinanwärter Baader vom wahren Wahlvorschlag der Partei ablenken oder nur deren Personalnot überdecken? Die Antwort auf diese Frage könnte der nächste Winkelzug sein. ...