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«Hitler würde sich über Netflix freuen»
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«Hitler würde sich über Netflix freuen»

Richard Millet war ein Star der französischen Literatur. Dann verfasste er ein «literarisches Lob» auf den norwegischen Massenmörder Anders Breivik. Die Nobelpreisträger Annie Ernaux und Jean-Marie Gustave Le Clézio forderten seinen Kopf – und bekamen ihn. Millet ist heute Persona non grata. Wir haben ihn in Paris getroffen.
Paris Richard Millet wurde 1953 in Viam, einem kleinen Dorf im Département Corrèze, geboren. Als Kind beobachtete er, wie die Männer am Sonntagmorgen vor der Kirche oder im Bistro auf die Frauen warteten. Nicht nur die Kommunisten, auch Millets Vater ging nicht zur Messe. Er war Protestant, Mitglied einer «häretischen Kirche», die Millet, wie er in einem seiner Bücher gesteht, «bei allem Respekt für meinen Erzeuger und gewisse grosse Protestanten» noch immer als solche empfindet. Die Ökumene hält er für eine «Nebelpetarde», die gezündet wurde, um «die Entsakralisierung der Kirche durch das Zweite Vatikanische Konzil zu verschleiern». ...
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