Vor drei Jahren hat der britische Historiker Laurence Rees ein einbändiges Meisterwerk über den Holocaust geschrieben. Sein Buch beginnt mit der Geschichte der Jüdin Freda Wineman. Die damals zwanzigjährige Frau wurde 1944 zusammen mit ihrem Baby, ihrer Mutter und ihren drei Brüdern David, Armand und Marcel in Saint-Etienne von französischen Nazi-Kollaborateuren verhaftet. Man brachte die Familie ins berüchtigte Transitlager von Drancy bei Paris. Von dort ging es mit dem Zug nach Auschwitz-Birkenau. «Ihr einziges Verbrechen», schreibt Rees, «war, dass sie Juden waren.»
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