Am 9. September 2004 sprach US-Aussenminister Colin Powell von einem Genozid, der im westsudanesischen Darfur stattfinde. Die für ihre Brutalität berüchtigten Janjawid, arabisch-muslimische Reitermilizen, sollen mit Unterstützung der Regierung Sudans Zehntausende schwarzafrikanische Muslime ermordet und vertrieben haben. Ein Konflikt also zwischen Glaubensbrüdern.
Drei Monate nach Powells Feststellung schien die Situation in der Region allerdings widersprüchlich. Die afrikanischen Rebellen, denen ich in Darfur begegnete, sprachen über Schulen und Krankenhäuser, die zerstört wurden, von Soldaten, die ihre Frauen vergewaltigten, und arabischen Nomaden, deren Herden und Kamele ihre Er ...