Bis vor kurzem galt der Holocaust an den Juden als ein singuläres Ereignis der Geschichte, ein ultimativer Zivilisationsbruch ohne Parallele. Wer es wagte, die Endlösung der Judenfrage im Kontext mit der Endlösung der Armenierfrage durch die Türken im Jahre 1915 zu erwähnen oder auf spätere Völkermorde in Kambodscha, Ruanda, dem Kongo oder Darfur hinzuweisen, ohne die Einmaligkeit des Holocaust zu betonen, der geriet umgehend in den Verdacht, das grosse NS-Projekt zu verharmlosen.
Die «industrielle Vernichtung von Menschen» war das entscheidende Alleinstellungsmerkmal, als ob es darauf ankäme, ob Menschen wie am Fliessband oder in individueller Handarbeit umgebracht werden. Die Deu ...