Seit die Bilder laufen lernten, war die Versuchung riesig, mit ihnen der Realität auf die Pelle zu rücken. Die Möglichkeiten, mit Hilfe der Technik die Wirklichkeit zu simulieren, übertraf alle bisherigen Versuche der Traditionsmedien. Die Fähigkeit, die unverfälschte Aussenwelt in den Kinosaal zu holen, war natürlich auch eine teuflische Verführung, sie manipulativ zu missbrauchen. Ein vertracktes Problem, das bis heute die Geister scheidet. 1943 revoltierte Luchino Visconti mit seinem Debüt «Ossessione» gegen die «weissen Telefone» des faschistischen Wolkenkuckucksheim-Kinos und läutete den Neorealismus ein.
Doch daraus wurde bald Formalismus. Das Ende kam früh. Nach langem ...