Ihr Leben sei schrecklich, sagt Marcella Carollo, bis Freitag vor einer Woche ordentliche Professorin für Astrophysik an der ETH Zürich. Sichtlich nervös stöbert die Wissenschaftlerin im Blätterstapel vor sich auf dem Tisch im Sitzungszimmer einer kleinen Anwaltskanzlei. «Kennen Sie die Geschichte von Anna Göldi?», fragt sie. Carollo hat den Wikipedia-Eintrag über die «letzte Hexe» der Schweiz ausgedruckt und schiebt ihn herüber. Sie erklärt sich hastig. Erst als sie bei ihren Kerngebieten, dem Universum und Galaxien, anlangt, beruhigt sich ihre Stimme. Es war 2002, so Carollo, als sie an die ETH kam und die Solarphysik um ...