An jenem 30. Dezember 2001 brachen die beiden Skitourenfahrer um die Mittagszeit von Medergen, einer Alpsiedlung in Graubünden, zu einer Skiwanderung auf. In der Nacht waren zehn Zentimeter Neuschnee gefallen, das Thermometer zeigte minus 16 Grad an. Nach zwanzig Minuten querten Urs und Barbara Seiler*, beide über fünfzig Jahre alt und erfahrene Berggänger, einen Anstieg.
Urs Seiler: «Der Himmel war wolkenfrei und tiefblau, wir schauten hinüber zur Mederger Fluh. Ich hörte ein dumpfes Brummen, drehte den Kopf, und schon war sie da. Der Himmel verlor seine Farbe, ich sah Schneeklumpen auf mich zuschiessen, wurde von der Druckwelle aus der Bindung gerissen und dreissig Meter durch die L ...