Als Thomas Bernhard 1968 der Österreichische Staatspreis für Literatur zuerkannt wurde, giftete er erst einmal darüber, dass es der Kleine Staatspreis war und nicht der Grosse. Der Kleine Staatspreis wurde in der Regel hoffnungsvollen Talenten verliehen, während der Grosse Staatspreis namhaften Künstlern vorbehalten war, die Republik wollte schliesslich in deren Licht posieren.
Bernhard war 37 Jahre alt. Er hatte mit seinem ersten Roman «Frost» einen schüchternen Erfolg gelandet und schrieb ohne Unterlass. Er war, notiert er in dem eben erschienenen Band «Meine Preise», «über die Nachricht, den Preis zu bekommen, überhaupt nicht begeistert, hatten doch vor mir schon eine Menge j ...