Weltwoche: Frau Wagenknecht, der zentrale Begriff in Ihrem neuen Buch ist «Lifestyle-Linke». Was meinen Sie damit?
Sahra Wagenknecht: In linken Parteien gibt es heute Leute, die sich kaum mehr für das Ur-Anliegen der Linken interessieren. Das Ur-Anliegen ist: Einsatz für Menschen, die es schwer haben und über wenig Aufstiegschancen verfügen. Stattdessen definieren sich diese angeblichen Linken über Haltungsnoten und Lebensstilfragen. Sie verstehen sich als Weltbürger und verachten – man muss es leider so sagen – die Werte, die Lebensweise, die Kultur der einfachen Leute.
...