Als ich am 1. November in Budapest eintraf, sah die Stadt aus wie ein verwelkendes Pflänzchen, das nach Jahren der Dürre eben wieder ein Tröpfchen Wasser getrunken. Gewiss, die Revolutionstage hatten gewaltige Zerstörungen hinterlassen. Ausgebrannte und geborstene russische Tanks lagen noch in den Strassen. Glasscherben von zertrümmerten Fensterscheiben breiteten sich wie kristallene Blumen über den Asphalt. Das war ein Herbst der Zerstörung, doch er sah aus wie ein Frühling. Nur die Materie war geborsten und zertrümmert; nicht die Menschen.
Eine seltsame Fröhlichkeit hing in der Luft, eine bange Fröhlichkeit, die sich am triumphalen Augenblicke weidete, ohne weiterzufragen: Die R ...