Ich sehe was, was du nicht bist
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Die Weltwoche

Ich sehe was, was du nicht bist
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Belletristik

Ich sehe was, was du nicht bist

Was, wenn einem im besten Alter die Illusionen abhanden kommen und die Ahnung vom gepflegten Scheitern fehlt? Das fragt Adolf Muschg in seinem neuen Roman, und er gibt sich grosse Mühe, nicht allzu deutlich zu werden. Wer nun denkt, das Werk sei als Autobiografie zu verstehen, der denkt zu kurz.
Vermutlich wird kein Schweizer häufiger gefragt, wann er sich denn zur Ruhe zu setzen gedenke. Dem siebzigjährigen Adolf Muschg muss die Frage allmählich wie eine Beschwörung vorkommen. Was soll er darauf antworten? Muschg lebt im «Unruhestand», wie er sagt. Seit 2003 ist er Präsident der Akademie der Künste in Berlin, eine bevorzugte intellektuelle Docking Station in Deutschland. Daneben enttäuscht er fleissig all jene, die insgeheim hoffen, das Ehrenamt raube ihm die Zeit zum Schreiben. Muschg publiziert mehr denn je: zwei Bücher 2004 und nun auf den Frühling 2005 schon wieder ein neuer Roman von 320 Seiten mit dem Titel «Eikan, du bist spät». Ganz zu schweigen von seinen Ei ...
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