«Ich sehnte mich nach Hingabe»
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«Ich sehnte mich nach Hingabe»
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«Ich sehnte mich nach Hingabe»

Mario Vargas Llosa ist der führende Denker Südamerikas. An seine Zunft glaubt er allerdings nicht mehr: «Der Intellektuelle ist eine obsolete Figur ­geworden», sagt der 77-jährige Literaturnobelpreisträger, der seine Arbeit als Wahrheitsfindung sieht.
Herr Vargas Llosa, Ihr Freund Günter Grass verfiel nach der Verleihung des Literatur­nobelpreises in eine schwere Depres­sion. Haben Sie ähnliche Nebenwirkungen bei sich beobachtet, als Sie vor drei Jahren den Preis bekamen? Nein, aber ich kann verstehen, dass ­Günter sich unter enormem Druck fühlte. Den ­Nobelpreis zu bekommen, ist eine Woche lang ein Märchen – und dann ein Jahr lang ein grotesker Albtraum. Sie ­sollen zu allen Buchmessen dieser Welt fliegen, zig Ehrendoktorwürden entgegennehmen und auf endlosen Lesetouren zahllose Interviews ­geben. Man findet keine Ruhe zum Schreiben und fühlt sich wie ein Taucher, dem ­seine Sauerstoff­flaschen gestohlen wurden. Ein Schr ...
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